rassismus kinder

 

 

Heute lest ihr an dieser Stelle keinen langen Text von mir, sondern ein Interview, denn ich möchte einer anderen Frau eine Stimme geben. Anne ist 36, Mutter dreier Kinder und lebt in Berlin. Eigentlich sollten das die einzigen Informationen zu ihr sein, die zählen. Doch ihre Realität ist eine andere:

Anne ist Schwarz, sie und ihre Kinder sind beinahe täglich Rassismus ausgesetzt.

 

Liebe Anne, erzähl uns ein wenig von dir.

Ich bin 36, Mama von 3 Kindern und die Tochter eines Schwarzen Vaters und einer weißen Mutter. Mein Vater ist Anfang der 80er-Jahre über ein Stipendium, um hier zu studieren, in die DDR gekommen und traf meine geliebte Mutter im Zug, es war Liebe auf den ersten Blick. Und 2 Jahre später war ich da. Außerdem habe ich noch zwei jüngere Brüder.

Bitte erkläre uns, wieso du dich nicht als Women of Color, sondern als Schwarze Frau(*) bezeichnest.

Ich bezeichne mich explizit als Schwarze Frau, da sich Rassismus Erfahrungen von People of Color und Schwarzen Menschen schon überschneiden, allerdings ist Anti-Schwarzer Rassismus noch mal eine spezielle Form des Rassismus.

Wie hast du das erste Mal Rassismus erleben müssen?

Meine persönliche erste Erinnerung stammt aus der zweiten Klasse ungefähr, als es um die Diskussion rund um Schaumküsse ging und welche Bezeichnung jetzt richtig wäre: Schaumkuss oder rassistisch konnotierte Bezeichnungen. Es musste allerdings vorher schon etwas gewesen sein, denn ich wusste, dass ich das N-Wort mit negativen Dingen verband. Ich weiß allerdings nicht mehr, wie sich die Situation aufgelöst hat, wahrscheinlich wie so oft – gar nicht. Die Diskussion durchzieht den Alltag von einem Schwarzen Menschen bis heute.

Das ist die erste Erinnerung und danach ging es Schlag auf Schlag… mit rassistischen Beleidigungen, körperlichen Übergriffen und so weiter. Ich weiß aber, dass meine Eltern schon vor meiner Erinnerung Probleme mit Rassismus hatten, besonders mein Vater. Aber auch meine Mutter war Anfeindungen ausgesetzt, wenn sie mit mir im Kinderwagen spazieren ging oder meine Eltern als Paar unterwegs waren.

Wie hast du deine Schulzeit erlebt?

Schwarze Kinder, dazu gibt es wissenschaftliche Forschungen, haben es schwerer im Schulleben. Zum Beispiel habe weder ich noch einer meiner Brüder, trotz guter Noten, eine gymnasiale Empfehlung bekommen, immer mit der Aussage „Die schaffen das eh nicht.“ Meine Eltern haben uns trotzdem aufs Gymnasium geschickt und wir haben unser Abitur gemacht. Das ist Teil von strukturellem Rassismus und gerade ab dem Gymnasium war dann ganz oft die Diskussion rund um das N-Wort mit lächerlichen Witzen, wie „Dürfte man jetzt auch nicht mehr Schwarzbrot sagen?“ Tatsächlich ausgelöst durch die Lehrer und ich war immer diejenige, die sich – als einzige Schwarze in der Klasse – dazu positionieren musste. Es gab noch einen Haufen andere Situation in der Schulzeit, die unterirdisch waren.

Hattest du Kontakt zu anderen Schwarzen Kindern?

Ich bin in Ostberlin groß geworden und was die meisten gar nicht vermuten, damals haben viele Schwarze in Ostberlin gelebt. Das lag einfach daran, dass viele Vertragsarbeiter aus anderen sozialistischen Ländern, wie Kuba oder Mosambik beispielsweise, in der DDR waren und auch viele Studierende kamen nach Ost-Deutschland. Dadurch war es gar nicht so weiß geprägt, wie viele denken. Ich hatte damals das Glück gehabt, dass sowohl meine Eltern als auch die Eltern meiner Freundin, ein anderes Schwarzes Mädchen, darauf Wert legten, uns gemeinsam in eine Klasse zu schicken. Ich denke, dass mich das sehr gestärkt hat, gerade in der Auseinandersetzung mit Rassismus. Gleichzeitig hatte sie auch ältere Brüder, auf die wir zurückgreifen konnte, wenn es zu Bedrohungen kam.

Wenn du von Bedrohungen sprichst, wurde es auch körperlich?

Ja, wurde es und das auch nicht selten. Meine Familie hat körperliche Übergriffe erlitten, vor allen Dingen mein Vater. Ich wurde auch nicht selten einfach geschlagen. Außerdem hatten wir Hakenkreuze an der Tür.

Wurden die Täter zur Rechenschaft gezogen?

Daran kann ich mich gar nicht erinnern. Zu einem ist das Problem, dass es beispielsweise in der Schule oftmals gar nicht vor dem Lehrpersonal stattfindet, sondern in der Hofpause in der Ecke. Zum anderen, ich weiß nicht, ob Lehrer und Lehrerinnen heute da weiter sind, aber es wurde ganz oft bagatellisiert: „Es sind halt Kinder, die raufen sich mal.“ Dass die Angriffe aber nicht einfach nur Raufereien waren, sondern die Motivation dabei Rassismus gewesen ist, das wurde zumindest damals gar nicht benannt. Soweit ich weiß, ist das heute vielerorts auch nicht so.

Wie haben deine Eltern mit dir über die Angriffe gesprochen?

Meine Eltern haben das immer klar als Rassismus benannt. Was für mich total gut war, weil ich einen Begriff hatte. Ich habe nicht alles als Rassismus benennen können, ich denke, meine Eltern konnten das damals auch nicht, gerade bei Mikro-Aggressionen ist es einfach schwierig, das so in Worte zu fassen. Ich habe mich erst mit Anfang 20 mit der Thematik wissenschaftlich beschäftigt und damit einhergehend auch eine Sprache dafür gefunden. Die wissenschaftliche Beschäftigung damit ist auch noch einmal schmerzhaft. Es ist irgendwie befreiend und schmerzhaft zugleich, weil natürlich durchdenkst du Situationen, die stattgefunden haben, bei denen du Bauchschmerzen hattest und dich immer wieder hinterfragst: „Übertreibst du es gerade? Ist deine Wahrnehmung gerade echt?“ Und sich dann zurückzuspulen und noch einmal in dieser Situation zu stecken und sich zu vergewissern, dass es alles richtig war, jedes Gefühl war richtig und jetzt habe ich Worte dafür. Das ist schon ein krasser Prozess, muss ich sagen.

Wie hat deine Mutterschaft deinen Blick auf Rassismus verändert?

Ich hatte vorher gute Strategien mit dem Rassismus, der mir und meinem Umfeld begegnet, umzugehen. Und dann kommt noch einmal eine andere Qualität dazu, wenn es die eigenen Kinder sind, die es auch erleben. Da musst du dann erst mal neue Strategien entwickeln, um sich selbst und um deine Kinder stark und fit zu machen, für alles, was noch kommt. Wenn du selbst hier aufgewachsen bist als Schwarzes Kind, dann weißt du, was noch kommt…

Ein bisschen hilfloser ist man, wenn es einem nicht selbst passiert. Du bist nicht in allen Situationen dabei, in denen Kindern das passiert und passieren kann. Ich habe schon früh damit angefangen, als sie sprechen und verstehen konnten, meine Kinder zu stärken. Da begann es, dass ihnen wildfremde Leute ihn in die Haare gefasst haben oder abwertend über die Locken geredet haben. Da habe ich angefangen, ihnen immer wieder mantramäßig zu sagen, dass sie schön sind, dass sie klug sind, und dass sie toll sind. Ich denke, es hat bisher was gebracht, sie sind recht selbstbewusst und sind auch offen, von solchen Vorkommnissen zu erzählen. Worüber ich gerade noch sehr froh bin. Irgendwann, zumindest war es bei mir so, kommt die Zeit, wo du nicht mehr unbedingt alles erzählst. Nicht weil du kein Vertrauen zu den Eltern hast, sondern manche Sachen willst du einfach vergessen und das gehört zum Überleben dazu, zum seelisch Überleben, dass du auch nicht jede Situation bis ins Kleinste noch mal erleben möchtest. Du versuchst, sie runter zu schlucken, auch wenn sie trotzdem nicht vergessen sind.

Wie war es für dich, als deine Kinder dir das erste Mal von ihren Rassismus Erfahrungen erzählt haben?

Das war ganz furchtbar für mich! Sie haben das nicht richtig verstanden. Es ging darum, ob sie aus Afrika kommen und afrikanisch sprechen, sie könnten ja keine Deutschen sein, weil sie braun sind. Das war ganz furchtbar, weil ich gedacht habe „Ab jetzt geht es los. Jetzt muss ich ganz vielen mit ihnen sprechen.“ Wenn sie verstehen, dass ihre Identität gerade infrage gestellt wird, dann macht dich das als Eltern traurig. Dass sie das gleiche erleben, wie du selbst. Das bedeutete, ab jetzt geht es los.

Es ist seit einiger Zeit in Deutschland auch im öffentlichen Raum ein Rechtsruck zu spüren. Wie gehst du damit um?

Also dazu muss man vielleicht beachten, dass es den Rassismus, den es jetzt gibt, schon immer gibt. Der ist jetzt nur öffentlicher und tritt aggressiver auf. Dadurch, dass es mittlerweile parlamentarisch implementiert ist, nimmt das Ganze eine andere Dynamik und Aggressionen auf. Das Entmenschlichen von nicht weißen Menschen und die Kriminalisierung steht an der Tagesordnung. Öffentliche Kriminalisierung gab es vorher auch, aber zumindest nicht in dieser aggressiven Form. Das finde ich schon äußerst bedenklich für den demokratischen Diskurs. Und es macht mich wütend. Es macht mich wütend, dass so eine Art der Sprache in dieser Zeit Aufwind bekommt, besonders nachdem wir dabei gewesen sind, unsere Sprache zu verändern und eine Art Sensibilität in unserer Sprache zu verankern. Nun habe ich das Gefühl, dass wir wieder fünf Schritte zurückgegangen sind. Wir haben hart dafür gearbeitet, dass bestimmte Begriffe unsagbar geworden sind, weil sie einfach verletzend und diskriminierend sind und jetzt erhalten sie wieder Einzug in die unsere Sprache.

Ist Rassismus dadurch „alltagstauglicher“ geworden?

Ja, das auf jeden Fall, das zeigen auch die Opfer der Statistiken. Aggressive Sprache führt auch zu Aggression. Aggressive Sprache, schafft auch Realitäten. Durch diese aggressive Sprache, das ist ja auch alles erforscht, hat sich auch die Aggression in der Gesellschaft verändert oder verstärkt. Wenn beispielsweise etwas geächtet wird, sprechen die Leute darüber lieber an Stammtischen, dadurch dass es aber jetzt eine Art Normalität gibt, äußern sich vermehrt öffentlich Leute unglaublich rassistisch und gewaltvoll. Das bringt mit sich, dass die Gewalt auf den Straßen seit 2015, also rechtsmotivierte Straftaten, einfach exorbitant hoch sind. Wobei nicht erst seit 2015 Rassismus existiert, was man immer wieder dazu in Betracht ziehen sollte.

Der Anschlag in Hanau hat uns gezeigt, wie tief Rassismus in einigen Köpfen verankert ist und das sich auch in Deutschland die Gewalt verstärkt.

Das fand ich auf zwei Ebenen ganz furchtbar. Zu einem die Angst, nicht einfach in einer Bar sitzen zu können, ohne den Gedanken, es könnte sowas passieren. Das ist schon irgendwie krass. Der Täter wollte ja zielgerichtet nicht weiße Menschen ermorden. Der Anschlag an sich war keine große Überraschung, weil die rechten Übergriffe sehr hoch sind, aber trotzdem ist das noch mal näher gewesen. Zum anderen machte mir auch die mediale Aufbereitung des Ganzen Angst. Von Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, macht es auch nicht besser. Was müssen eigentlich nicht weiße Menschen dafür tun, nicht mehr als Fremde bezeichnet zu werden? Das ist ein Riesentopf an Dingen, die wir bearbeiten müssen, das hat was mit Sprache zu tun, die vielleicht nicht aggressiv rassistisch ist aber eben doch, indem ich nicht von rassistisch Motivation, sondern von Fremden- oder Ausländerfeindlichkeit spreche. Gleichzeitig Tätern so eine große Bühne zu geben, finde ich krass. Ich war ein bisschen enttäuscht, dass der Aufschrei in der Republik nicht größer gewesen ist. Da kann man nicht mal sagen, Corona kam dazwischen, denn das kam erst einen Monat später. Die politischen Konsequenzen, die es geben soll, die haben wir bereits nach dem NSU und nach Walter Lübcke gehört. Ich hoffe einfach, dass es nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben, so wie in anderen Fällen, sondern tatsächlich etwas passiert. Ich weiß aber nicht, wie hoffnungsvoll ich da sein kann.

Hast du das Gefühl, dass seit diesem Rechtsruck im öffentlichen Raum sich auch der Alltagsrassismus deiner Familie gegenüber verstärkt hat?

Ja, er hat sich verstärkt und es hat auf jeden Fall Unsicherheit geschaffen, auch wohin sich eigentlich in Zukunft unsere Gesellschaft bewegt. Wird das jetzt noch extremer? Es kann extremer werden, wenn Politik nicht begreift, dass tatsächlich etwas gemacht werden muss – über Lippenbekenntnisse hinaus. Auch in Diskussionen, die ich führe, außerhalb meines Freundeskreises, wird häufiger rassistische Sprache benutzt. Ich denke, es hängt schon damit zusammen, dass durch die parlamentarische Vertretung und das ständige Wiederholen rassistischer Begriffe und Erzählungen, Menschen sich bestärkt darin fühlen, dass das schon in Ordnung sei. Das merke ich schon und es ist auch aggressiver geworden. Mittlerweile geschehen viele Dinge öffentlich über Social Media, die Morddrohungen, die Anfeindungen, es gibt Todeslisten, die Qualität hat sich schon sehr geändert.

Wie erlebst du persönlich Alltagsrassismus?

Ich erlebe Alltagsrassismus beispielsweise bei einer Schuleignungsuntersuchung meiner Kinder, wo der Vater meiner Kinder und ich gefragt werden, warum wir nicht Migrationshintergrund ankreuzen. Ich sagte dazu, dass ich weiß, wie die Definition davon ist: „Glauben sie mir, unsere Kinder haben keinen Migrationshintergrund. Wir sind beide in Deutschland geboren und außer, dass unsere Kinder Schwarz sind, haben sie mit Migrationshintergrund nichts zu tun.“ Nach der Einschuluntersuchung wurden wir gelobt, dass die Kinder so gut Deutsch sprechen können. Das ist Alltagsrassismus. Das sind Brillen, die Leute aufhaben, durch die sie dich sehen, die auch schwer argumentativ zu beseitigen sind. Oder Kommentare zu Haaren, im falschen Deutsch angesprochen werden, Kommentierung über die Anzahl der Kinder. Das sind alles so Dinge, die weißen Menschen in der Form nicht passieren werden.

Hast du seitdem mehr Angst um deine Kinder?

Das habe ich schon. Wenn die drei in der Pubertät oder erwachsen sind, habe ich Angst um sie. Auch im Hinblick darauf, wie der Rechtsruck hier in Deutschland weiter voranschreitet. Gleichzeitig gibt es neue Zahlen über Rechtsextremisten in der deutschen Polizei, ich würde sagen, die Dunkelziffer ist sicherlich noch einmal höher. Das macht schon Angst.

Wie waren deine Gedanken und Gefühle als du die Nachrichten von dem Mord an George Floyd mitbekommen hast?

Ich war traurig, ich war wütend, ich habe mich so ohnmächtig gefühlt! In der Pandemie Zeit kannst du deinen Protest nicht so auf die Straße tragen, wie du es vielleicht eigentlich gemacht hättest. Das finde ich ganz schwierig, weil das ein guter Katalysator dafür ist, wenn du mit anderen Menschen in Gemeinschaft darüber wütend und traurig sein möchtest. Es war leider keine Überraschung, dass es passiert ist. Polizeigewalt gegenüber Schwarzen gibt es in den Staaten schon lange und dank der Digitalisierung gibt es nun auch Beweise dafür und kann besser medial aufbereitet werden. Ein anderer Punkt ist die Brutalität, mit der das passiert ist, der Sadismus, der dahintersteckt. Was natürlich auch noch mal frustrierend ist, ist nicht der Mord alleine, sondern dass es zuerst keine Konsequenzen gab, und das macht noch mal wütender.

Gibt es für dich auch No-go-Areas oder -Länder?

Auf jeden Fall die USA! Wir waren als Familie schon ein paar Mal dort und es war ein unangenehmes Gefühl zu wissen, das kann passieren, so eine Polizeikontrolle kann halt eskalieren. Schwarze werden auch in Deutschland polizeilich diskriminiert, ich habe es selbst erlebt. Als ich vor zwei Jahren an die Ostsee fahren wollte, habe ich erst mal abgecheckt, wie die Wahlergebnisse in der Region gewesen sind und ob es da rassistische Übergriffe gab. Das macht die Planung von einem Urlaub komplizierter, weil ich drei Orte gleich ausschließen konnte. Es wurde dann der vierte Ort, an dem wir von den anderen Urlaubern auch nicht freundlich angeguckt wurden. Wir waren trotzdem „die Anderen“ dort. Ansonsten würde ich im ländlichen Raum dreimal überlegen, ob es sein muss, dass ich dort mit dem Zug hinfahre. Ich hatte bereits Erlebnisse in Zügen, die äußerst angsteinflößend und bedrohlich gewesen sind.

Wenn du wieder Opfer eines rassistischen Übergriffes werden würdest, würdest du wollen, dass Menschen mehr einschreiten als früher?

Auf jeden Fall! Ich hatte die Situation vor langer Zeit einmal, da war ich mit einer Freundin in der U-Bahn und ein Skinhead, damals waren sie wenigstens noch zu erkennen, war super aggressiv und hat mich rassistisch beleidigt. Es war eine sehr bedrohliche Situation. Meine Freundin ist völlig ausgerastet und schrie ihn an. Der Waggon war voll und wie so oft drehten sich alle weg, daher sprach sie auch direkt die Mitfahrenden an. Das fand ich schon gut. Es hat natürlich trotzdem keiner was gesagt, aber ich fand es wichtig, dass denen gesagt wird „Das geht so nicht! Wie unsolidarisch seid ihr eigentlich?“ Glücklicherweise ist das auch alles gut ausgegangen. Der Skinhead gab Ruhe. Die Reaktion meiner Freundin war für mich schon sehr stärkend. Ich fand es gut, nicht wieder allein auf weiter Flur zu sein und das ganz alleine ertragen oder mich alleine wehren zu müssen. Natürlich muss man in jeder Situation Gefahren abwägen, aber du kannst immer auf eine Art helfen. Ich finde es einfach wichtig, dass weiße Menschen sich positionieren, auch öffentlich!

Wie fühlt sich für dich absolute Freiheit an?

Für mich persönlich ist absolute Freiheit, überall hingehen zu können und überall Urlaub machen zu können, ohne vorher ab checken zu müssen ob es dort Übergriffe gabt oder wie die Wahlergebnisse sind. Die absolute Freiheit ist, dass alle die gleichen Chancen haben, alle teilhaben können an der Gesellschaft, alle hingehen können, wo sie wollen und werden können was Sie möchten.

(*) https://www.zdf.de/kinder/logo/sprache-gegen-rassismus-100.html

https://www.amnesty.de/2017/3/1/glossar-fuer-diskriminierungssensible-sprache